Baja California – Mexiko 1
🇩🇪 Die Einreise nach Mexiko in Tecate war völlig unkompliziert und problemlos. Ein wenig hin und her Lauferei innerhalb des Grenzposten um bei der Bank die anfallenden Gebühren zu bezahlen und das TIP (temporary import permit) für den Homey zu bekommen. Das Versicherungsbüro hatte leider geschlossen, so daß wir dies später online nachholen mussten. Einkaufen stand noch an (wir hatten in Erwartung genauerer Kontrollen unsere frischen Lebensmittel vor der Grenze aufgebraucht), einfachheitshalber entschieden wir uns für den Walmat am Grenzzaun, bzgl. frischem Obst und Gemüse nicht die geschickteste Wahl. Die Rancho Alpino auf Empfehlung von „Leo auf Reisen – lieben Dank Barbara & Karl“ unsere erste Anlaufstelle zum Ankommen in Mexiko. Der 90j Hausherr Fritz aus Schwetzingen hat hier in den letzten 50 Jahren ein properes Anwesen in mitten eines Eichenwaldes geschaffen mit Obstplantagen und großer Werkstatt, spezialisiert auf VW und Mercedes, und werkelt noch jeden Tag in dem weitläufigen Gelände an Verbesserungen. Daneben erzählt er faszinierende Geschichten aus seinem Leben und gibt Ratschläge, was wir besuchen könnten. Wir müssen zuerst einmal ankommen, steckt uns doch das letzte Jahr und unsere Panne auf dem Dalton-Hwy noch im Kopf. Dies und der kaputte Boiler der Heizung sind der Grund, dass wir uns nicht so richtig erholen konnten und kopfmässig etwas „Reise müde“ daherkommen. Vielleicht auch deshalb spricht uns bis jetzt Mexiko nicht auf den ersten Blick an. Viel Dreck, Staub, allerorts Müll und nicht zu letzt die neue Sprache machen den Einstieg nicht so einfach. Wir sind etwas schwermütig und unentschlossen, wie es weitergehen soll. Hinzukommt ein Wasserschaden im Haus daheim. Nächtliche Schüsse aus schweren automatischen Waffen, lt. Fritz wohl ein Gefecht zwischen Schmugglern in gut 2km Entfernung. Sonnig, warm, aber sehr windig. Die Versicherung für den Homey konnten wir abschließen. Die Hunde von Fritz haben einen der „Crogs“ von Gabi geschnappt, bringen ihn aber leicht zerbissen schlussendlich wieder.
Wird Zeit, daß wir uns weiter bewegen. Wir beschließen ins Valle Guadalupe zu fahren und eine der dortigen Weinkellereien als nächsten Übernachtungsplatz anzusteuern.
Wir steuern die Adobe Guadalupe Vinery an, es gefällt uns wirklich sehr gut. Für eine Weinprobe ist es uns leider zu früh. Clos der tres Cantos, eine modernes Weingut mit kleinem Restaurant locken uns einen steilen Hügel hinauf, der ideale Ort für uns: Rosé, frisches Brot und selbstgemachte Käse locken, leider dürfen wir aber nicht über Nacht stehen bleiben. Also kurz entschlossen zurück zur Adobe Guadalupe Vinery, da wir auf die riesige „Cetto Vinery“ keine Lust haben. Dort genießen wir die Weinprobe – nur Rotweine, einer besser als der andere. Perfekt. Und plötzlich setzt sich eine Frau zu uns an den Tisch und fängt eine Unterhaltung mit uns an. Es ist die Patronin des Weingutes – Tru (Gertrude) Miller (geb. van Hoften). Sie und ihr Lebensgefährte erzählen von dem Gut und ihrem spektakulären Leben, sorgen für mehr Wein und laden uns in ihr Haus zum Abendessen ein. Tru, eine in Java geborene Holländerin, hat das Haus von einem irakischen Architekten im persischen Stil planen lassen. Traumhaft. Am nächsten Morgen bekommen wir noch unsere ersten Huevos Rancheros (Bohnenmus, Salsa, Spiegeleier und Toppings auf frische Maistortillas) serviert. Ein toller Zufall und grandioses Erlebnis, langsam bekommt Mexiko doch eine Seele.
Weiter Richtung Pazifik, wolkig und alles wirkt frisch grün. Das Weingut Cuatro Cuatros mit seiner Bar und dem Pazifikblick hat heute leider geschlossen. Also weiter südwärts durch Ensenada mit Kreuzfahrtschiff im Hafen, ewiges Industriegebiet, viel Staub in der Luft, kleine Läden und Buden an den unbefestigten Seitenrändern und immer wieder die lästigen„Topes (Straßenschwellen)“, die oft unangekündigt und sehr abrupt auftauchen. Wir freuen uns auf Viños Dubacano und eine weitere Weinprobe, leider ebenfalls geschlossen, wir dürfen aber über Nacht in dem Orangenhain stehen bleiben, auch gut. Lavendel, Zitrusbäume, zwitschernde Vögel und Kolibris.
Wir verlassen das Weingut am nächsten Morgen ohne Probe und beschließen in den NP San Pedro Mártir hoch zu fahren. Die Straßen eigentlich nicht schlecht, aber immer wieder tiefe Schlaglöcher. Durch ein Kakteenfeld und ein weites, fruchtbares Tal mit vielen Farmen arbeiten wir uns allmählich höher. Sehen fraglich unseren ersten Condor. Aber am eigentlichen Condor View Point in knapp 2000m Höhe zwar schöner Ausblick, aber kein Condor zu erspähen. Noch weiter 500m hinauf zum Parkeingang (65 M$ / Person & Tag), leider ist das zweitgrößte Observatorium (2800m) angeblich nur Sonntag geöffnet, das Parkmuseum „closed by Season“. Wir finden einen schönen Stellplatz in Mitten großer Pinien und genießen die Kälte und Ruhe. Am nächsten Tag schöne Wanderung zum Aussichtspunkt „Mirador de Altar“b. Zwar nur 300 Höhenmeter, aber ziemlich mühsam, sind wir derzeit doch untrainiert. Der Ausblick von den zwei erreichten Aussichtspunkten entschädigt uns für die Qual des Aufstieges. Runter ging’s dann leichter und schneller. Leider haben wir vergessen eine Klappe unserer Schranktüren zu überprüfen und so büssen wir unsere Weingläser aus Cluny ein. Hoffen wir auf das Glück, welches die Scherben bringen soll. Als wir am Parkeingang verlängern wollen erfahren wir, daß das Observatorium erst im April wieder Führungen anbietet. Also fahren wir aus dem Park und schlagen uns kurz danach in die Büsche. Toller Platz, tatsächlich sind die Sterne zum Greifen nahe und morgens schwebt auch noch ein Condor vorbei, leider liegt die Kamera innen vergraben. Hinunter zum Meer und der Mex 1, weiter gen Süden. Erdbeeren in Gewächshäusern, Valle agricultura, aber auch Sanddünen. Über einen kleinen Paß nach El Rosario de Arriba zum obligatorischen Tankstopp – 360 km ohne Dieselversorgung liegen bis Guerrero Negro vor uns. Nach gut 60km finden wir einen schönen Platz, sichtgeschützt hinter einem Hügel in mitten lauter Kakteen. Ideal für die Nacht, der Wermutstropfen leider auch hier Müll und Scherben ohne Ende.
Wir fahren weiter durchs Kakteenland (Cactus Wonderland). Ca. 45 km weiter viele große Felsbrocken, daneben unzählige Kakteen, alles wirkt wie ein großer Steingarten. Mitten drin treffen wir auf Marco und Sabine aus Freiburg mit ihrem Land Cruiser „Kurti“, ebenfalls erfahrene Reisende, die – als ein Sabbatical abgelehnt wurde – ihre Stellen gekündigt haben, um ihren Traum zu leben. Wir unterhalten uns länger und verabreden locker einen gemeinsamen Stellplatz für den Abend. Wir halten noch für eine Stelle mit Höhlenmalerei und folgen vom Parkplatz einem nett angelegten Weg hinauf zu einer kleinen Höhle, die innen voller Malereien ist. Später stehen wir am vereinbarten Treffpunkt in mitten riesiger sehr alter Cardon-Kakteen. Daneben finden sich u.a. Ocotillos und bizarre Boojum-Trees (Cirio – Diese endemische Pflanze der Baja California ist für ihren bizarren, kerzenartigen Wuchs bekannt, der an eine umgedrehte Karotte erinnert. Sie gehört zur Familie der Fouquieriaceae und wächst in Wüstenregionen Mexikos). Kaum haben wir eingeparkt treffen auch schon Sabine & Marco ein.
Am nächsten Morgen zeigt uns Sabine einen brütenden Kolibri mit 2 Eiern im Nest mitten in einem Kaktus.
Wegen der Walhaie unternehmen wir einen Abstecher nach Bahia de Lös Angeles. Es stellt sich jedoch heraus, daß diese nur im Sommer vor Ort sind. Also fahren wir nach dem Einkauf im Supermarkt zum Strand von La Gringa und bleiben 2 Nächte. Mexikaner bereiten am Strand Cerviche zu, die Pelikane und Möven schnappen gierig nach den Resten. Beim Strandspaziergang treffen wir auf Christian aus Schaffhausen, der einen zweiten Landrover in Südafrika stehen hat und dorthin im nächsten Monat fliegen wird. Sein Dackel Hans lebt mit ihm, leider nach einem Unfall an den hinteren Extremitäten gelähmt. Dies hindert ihn jedoch nicht, die Spur der Kojoten aufzunehmen und zu verfolgen. Er bewegt sich munter in einer Art Rollstuhl (Hinterteil darin aufgehängt) mit blinkenden LEDs [Rot (links/Backbord), Grün (rechts/Steuerbord), Weiß (Heck)] und ist kaum zu halten. Christian kommt abends auf ein Schwätzchen vorbei und erzählt von seiner „afrikanischen“ Seele und Leidenschaft. Wir beschließen, zur Walbeobachtung nach Ojo de Liebre zu fahren und werden ab Guerrero Negro unsere 2. mexikanische Provinz erkunden – Baja California Sur.
[12. Feb. 2026 / 68.720 km / 1.958 km in ‚2026]
🇬🇧 Entering Mexico at Tecate was completely uncomplicated and hassle-free. We had to run back and forth a little within the border post to pay the fees at the bank and get the TIP (temporary import permit) for the Homey. Unfortunately, the insurance office was closed, so we had to do this online later. We still had to go shopping (we had used up our fresh food before the border in anticipation of more thorough checks), so for the sake of simplicity we decided on Walmat at the border fence, which was not the smartest choice for fresh fruit and vegetables. Rancho Alpino, recommended by „Leo auf Reisen“ – many thanks to Barbara & Karl – was our first port of call upon arriving in Mexico. Over the past 50 years, 90-year-old Fritz from Schwetzingen has created a neat property here in the middle of an oak forest with orchards and a large workshop specializing in VW and Mercedes, and he still works on improvements every day on the extensive grounds. He also tells fascinating stories from his life and gives advice on what we could visit. First of all, we need to settle in, as the last year and our breakdown on the Dalton Highway are still fresh in our minds. This and the broken boiler in the heating system are the reasons why we haven’t been able to really relax and are feeling a bit „travel weary“ mentally. Perhaps that’s also why Mexico doesn’t appeal to us at first glance. A lot of dirt, dust, trash everywhere, and, last but not least, the new language make it difficult to get started. We are a little melancholic and undecided about how to proceed. On top of that, there is water damage in our house at home. Nighttime shots from heavy automatic weapons, according to Fritz probably a battle between smugglers a good 2 km away. Sunny, warm, but very windy. We were able to take out insurance for the Homey. Fritz’s dogs snatched one of Gabi’s „Crogs,“ but brought it back slightly chewed.
It’s time to move on. We decide to drive to Valle Guadalupe and head for one of the local wineries as our next place to stay.
We head for Adobe Guadalupe Vinery, which we really like. Unfortunately, it’s too early for a wine tasting. Clos der tres Cantos, a modern winery with a small restaurant, lures us up a steep hill, the ideal place for us: rosé, fresh bread, and homemade cheese beckon, but unfortunately we are not allowed to stay overnight. So we quickly decide to return to Adobe Guadalupe Vinery, as we don’t feel like visiting the huge „Cetto Vinery.“ There we enjoy the wine tasting – only red wines, each one better than the last. Perfect. And suddenly a woman sits down at our table and strikes up a conversation with us. It is the patroness of the winery – Tru (Gertrude) Miller (née van Hoften). She and her partner tell us about the estate and their spectacular life, provide more wine, and invite us to dinner at their house. Tru, a Dutch woman born in Java, had the house designed in Persian style by an Iraqi architect. Fantastic. The next morning, we are served our first huevos rancheros (refried beans, salsa, fried eggs, and toppings on fresh corn tortillas). A wonderful coincidence and a magnificent experience; slowly, Mexico is beginning to reveal its soul.
Continuing towards the Pacific, it’s cloudy and everything looks fresh and green. The Cuatro Cuatros winery with its bar and Pacific Ocean view is unfortunately closed today. So we continue south through Ensenada with cruise ships in the harbor, endless industrial areas, lots of dust in the air, small shops and stalls on the unpaved sides of the road, and the annoying „topes“ (speed bumps), which often appear without warning and very abruptly. We look forward to Viños Dubacano and another wine tasting, but unfortunately it is also closed. However, we are allowed to stay overnight in the orange grove, which is also good. Lavender, citrus trees, chirping birds, and hummingbirds.
We leave the winery the next morning without a tasting and decide to drive up to San Pedro Mártir National Park. The roads are not bad, but there are deep potholes everywhere. We gradually make our way higher through a cactus field and a wide, fertile valley with many farms. We see our first condor, but it’s questionable. At the actual Condor View Point at an altitude of almost 2000m, we have a beautiful view, but no condors to be seen. We climb another 500m to the park entrance (65 M$ / person & day), but unfortunately the second largest observatory (2800m) is apparently only open on Sundays, and the park museum is „closed for the season.“ We find a nice parking spot in the middle of large pine trees and enjoy the cold and quiet. The next day, we take a beautiful hike to the „Mirador de Altar“ viewpoint. Although it is only 300 meters above sea level, it is quite strenuous, as we are currently out of shape. The view from the two viewpoints we reach compensates us for the agony of the climb. The descent is easier and faster. Unfortunately, we forgot to check one of our cabinet doors and ended up breaking our wine glasses from Cluny. Let’s hope for the good luck that broken glass is supposed to bring. When we want to extend our stay at the park entrance, we learn that the observatory won’t be offering tours again until April. So we drive out of the park and shortly afterwards head into the bushes. It’s a great spot, the stars are close enough to touch, and in the morning a condor floats by, but unfortunately the camera is still inside. Down to the sea and Mex 1, further south. Strawberries in greenhouses, Valle agricultura, but also sand dunes. Over a small pass to El Rosario de Arriba for the obligatory fuel stop – 360 km without diesel supplies lie ahead of us to Guerrero Negro. After a good 60 km, we find a nice spot, hidden from view behind a hill in the middle of cacti. Ideal for the night, but unfortunately there is also endless rubbish and broken glass here.
We continue through Cactus Wonderland. About 45 km further on, there are lots of large boulders and countless cacti, making it look like a huge rock garden. In the middle of it all, we meet Marco and Sabine from Freiburg with their Land Cruiser „Kurti,“ also experienced travelers who—when their sabbatical was rejected—quit their jobs to live their dream. We chat for a while and casually agree on a place to park for the evening. We stop at a site with cave paintings and follow a nicely laid out path from the parking lot up to a small cave, which is full of paintings inside. Later, we stand at the agreed meeting point in the middle of huge, very old cardon cacti. Next to them are ocotillos and bizarre boojum trees (Cirio – this plant, endemic to Baja California, is known for its bizarre, candle-like growth, reminiscent of an upside-down carrot. It belongs to the Fouquieriaceae family and grows in the desert regions of Mexico). No sooner have we parked than Sabine & Marco arrive.
The next morning, Sabine shows us a brooding hummingbird with two eggs in a nest in the middle of a cactus.
We make a detour to Bahia de Los Angeles to see the whale sharks. However, it turns out that they are only there in the summer. So, after shopping at the supermarket, we drive to La Gringa beach and stay for two nights. Mexicans prepare ceviche on the beach, while pelicans and seagulls greedily snap up the leftovers. During a walk on the beach, we meet Christian from Schaffhausen, who has a second Land Rover in South Africa and will be flying there next month. His dachshund Hans lives with him, but is unfortunately paralyzed in his hind legs after an accident. However, this does not prevent him from picking up and following the trail of coyotes. He moves briskly in a kind of wheelchair (his rear end suspended in it) with flashing LEDs [red (left/port), green (right/starboard), white (stern)] and is almost impossible to keep up with. Christian stops by for a chat in the evening and tells us about his „African“ soul and passion. We decide to go whale watching in Ojo de Liebre and will explore our second Mexican province from Guerrero Negro – Baja California Sur.
[February 12, 2026 / 68,720 km / 1,958 km in 2026]


